10 Register-Disposition

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florianf
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von florianf » Dienstag 3. September 2013, 16:17

Hallo!

Ich habe in Sachen Dispositionen leider noch nicht so viel Erfahrung, spekuliere aber gerne mal ein wenig, wenns niemanden stört.

Ich würde vielleicht etwas in dieser Richtung disponieren, wenns zweimanualig sein soll:

HW:
Prinzipal 8
Copel 8 oder eine Portunalflöte 8, auf jeden Fall tragend und füllig
Oktav 4'
Schwegel 2'
Mixtur 1 1/3-Basis (oder 2'-Basis mit leise intonierter 2'-Reihe, die vllt als Vorabzug genutzt werden kann?)

OW oder RP:
Bourdon 8 oder Salicional 8
Rohrflöte 4 oder Hohlflöte 4
Sesquialter 2 2/3 mit Quinte 2 2/3 als Vorabzug? (Würde das flötig und nicht prinzipalisch anlegen, zumindest die 2 2/3 Reihe)

(Tremulant?)

Ped:
Subbass 16

Koppeln I-P, II-P, II-I

- Vielleicht den 2' als Wechselschleife II und I, da man dann II mit dem 2' auch dem Plenum des HWs als Echowerk gegenüberstellen kann, und in dem Fall die II-I Koppel eh meist aktiv haben dürfte?
Ist die Frage, wie viel Wechselschleifen kosten. So man (siehe unten) die 4'-Flöte in I einsparen will, vielleicht auf die Rohrflöte von II als Wechselschleife?

Als 10. Register bin ich mir nicht sicher...
- Eine 4'-Flöte ins HW, damit mehr Gleichgewicht zur Sesquialter gegeben ist? Oder den Prinzipal 8' so grundtönig und warm, dass man ihn als Begleitstimme zur Sesqui nutzen kann, dann vielleicht:
- eine Zunge aber bei 10 Registern vllt zu viel verlangt? Entweder als Trompete 8' im Hauptwerk oder als Posaune ins Pedal?
- vllt ein prinzipalisches 2'-Register in II ?

Vor 100 Jahren hätte man hier auch Transmissionen ins Pedal gebaut, aber das ist bei Pneumatik halt viel einfacher gegangen als bei Schleifladen.
eine elektrische Traktur baut heute glaub ich auch niemand. Die hätte den Vorteil, dass man leicht alle Register von beiden Manualen anspielen könnte. Und Transmissionen gäbs auch gut.

-----------------------------

falls einmanualig:

HW:
Prinzipal 8
Portunalflöte 8 oder Copel 8
Rohrflöte 4
Oktav 4
Schwegel 2 (flötig)
Mixtur 1 1/3' oder sogar 2' mit 2'-Prinzipal als Vorabzug
Trompete 8'

Pedal:
Subbass 16'
Choralbass 4'
Bazuin 16' oder gar Fagott 16'
Koppel I-P

geteilte Laden ist vllt für Organisten, die das nicht gewohnt sind, schwierig, wenn man auch an die Aushilfen oder Nebenamtler denkt. In dem Registerbereich aber lohnenswert, so eine steht auch in unserer Musikschule. Stilorgeln wären zwar bereichernd, aber auch hier ist wieder die Frage, wie ein Nebenamtler mit einer ital. Barockstilorgel umgeht, vielleicht noch mit so tollen authentischen Registerbezeichnungen. Ist halt die Frage obs an der Kirche einen einzigen Organisten geben wird, oder ob das dann fluktuiert, daher auch meine 0815-Alltags-Dispos weiter oben.

bei einmanualiger Orgel wäre vielleicht eine möglichst ergonomische Positionierung der Registerzüge praktisch - nur linksseitig vielleicht? Oder einreihig über dem Manual?

das mal meine spaßeshalbere Spekulation,

ich würde mich freuen, wenn hier viele erfahrenere Foris Dispos posten würden.

liebe Grüße,
Florian

florianf
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von florianf » Mittwoch 4. September 2013, 15:40

Aktenzeichen_XY hat geschrieben:Bei einem Manual

Manual C-g3
01 Principal 8´
02 Gedeckt 8´
03 Salicional 8´
04 Octave 4´
05 Flöte 4´
06 Mixtur 2´ 2´ als Vorabzug
07 Quinte 2 2/3´ ab c1
08 Terz 1 3/5´ ab c1
09 Trompete 8´ Teilung B/D oder alternativ Septime 1 1/7´ ab c1

Pedal C-f1
10 Subbass 16´
ev. Gedecktbass 8´ als Extension aus Subbass 16´
oder Transmission aus Manual

Koppel M-P
Die Dispo gefällt mir echt gut, vor allem die Septime finde ich eine interessante Idee - sowas verbaut man ja praktisch nicht mehr heutzutage, was eigentlich schade ist...

Ippenstein
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Ippenstein » Mittwoch 4. September 2013, 16:50

Bei so einer kleinen Disposition halte ich die Septime für eine genauso unnütze Spielerei wie weiter oben den Offenbaß 4 Fuß.
So gerne ich auch Zungenregister habe, würde ich lieber auf die Trompete verzichten und dafür noch eine tragende Flöte 8 Fuß einbauen, um nicht ständig vom Prinzipal 8 abhängig sein zu müssen. Alternativ eine 8-Fuß Zunge, die in Kombination mit dem Gedeckt 8 das Prinzipal 8 ersetzen und für den Gemeindegesang genutzt werden kann.

Viele Grüße

Ippenstein

tiratutti
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von tiratutti » Freitag 6. September 2013, 18:09

Hallo,
ivesdkerne hat geschrieben:in einer Kirche bei einem Freund von mir, soll eine kleine neue Orgel gebaut werden. Vom Raum her benötigt man einen Prnipal 8 als Basis.
Da das Raumangebot und das Geld knapp ist, können höchstens 10 Register realisiert werden. Wie würdet ihr bauen?
Es ist ein moderner Kirchenraum aus den 1960er Jahren. Problem: Orgel muss auf die Empore und die ist mal wieder nur 3,5 m hoch.
Ein Manual? Zwei Manuale mit Wechsel-/Doppelschleifen? Oder so ein Ding, wie Kares in seinem Kleinorgelbuch vorstellt, mit Platz für ein Keyboard/E-piano? Geteilte Schleifen? Ausgebaute Superkoppel? Stilorgel (Italienisch/Englisch)? Bin auf Vorschläge gespannt!
das ist wie Glaskugel gucken ...

Eine Orgel mit 10 Registern sieht bei Cavaillé-Coll so aus (Modell Nr. 18 aus seiner Werbeschrift von 1889):

I. Grand-Orgue
Bourdon 16'
Montre 8'
Flûte harmonique 8'
Prestant 4'

II. Récit expressif
Cor de nuit 8'
Viole de gambe 8'
Voix céleste 8'
Flûte octaviante 4'
Trompette 8'
Basson-hautbois 8'

Pedal
Soubasse 16' Transmission HW
Basse 8' Transmission HW

Bei Walter Supper sieht das 60 Jahre später in seinem Buch "Die Orgeldisposition" ganz anders aus. Da gibt es keine 10-registrige Orgel mit Prinzipal 8' im Manual.

Grüße von tiratutti

tiratutti
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von tiratutti » Freitag 6. September 2013, 22:00

Hallo,
ivesdkerne hat geschrieben:Ich würde mich auch oder grade über ungewöhnliches freuen.
dann mal die Disposition einer existierenden Orgel. Ich habe allerdings ein Register im Hauptwerk rausgenommen, weil sonst die Obergrenze von zehn Registern überschritten worden wäre.

I. Manual
Principal 8'
Rohrflöte 8'
Octav 4'
Superoctav 2'
Hörnle
Mixtur

II. Manual
Copel 8'
Flöte 4'
Regal 8'

Pedal
Subbaß 16'

Koppeln II-I, I-P, II-P

Grüße von tiratutti

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Friedrich Sprondel
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Friedrich Sprondel » Dienstag 10. September 2013, 06:05

Zehn Register machen fast mehr Spaß als 55, weil man da schlicht Farbe bekennen muss. Wenn es ein guter Orgelbauer macht, kommt auf jeden Fall etwas Besonderes dabei heraus.

In Anlehnung an die untergegangene Schnitger-Orgel in Bardenfleth:

I.
Prinzipal 8'
Gedeckt 8'
Oktave 4'
Gemshorn 2'
Sesquialtera II 2 2/3'

II.
Holzflöte 8'
Rohrflöte 4'
Prinzipal 2'
Mixtur IV 1 1/3'
Trompete 8' (norddeutsch, rund, grundtönig)

Pedal: Koppeln I/P, II/P
Koppel II/I
Wenn man will und doch noch Geld und Platz hat: Subbass 16'



Oder einmanualig mit zum Manualwerk ausgebautem Pedal:

I. geteilt h/c'
Prinzipal 8'
Gedeckt 8'
Oktave 4'
Blockflöte 4'
Waldflöte 2'
Cornettino II 2 2/3' + 1 3/5' mit Vorabzug 2 2/3'
Mixtur IV–V 2'

II.
Bordun 16'
Flöte 8'
Trompete 8'

Koppeln II/I, I/P, II/P


Oder die große Orgel mit wenigen Registern:

Manual
Bordun 16'
Prinzipal 8'
Spitzflöte 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Superoktave 2'
Sesquialtera II 2 2/3'
Mixtur IV-VI 1 1/3'

Pedal
Flöte 8' offen, weit
Posaunbass 16'
Transmissionen:
Bordun 16'
Prinzipal 8'
Oktave 4'

usw. usf.

untersatz32
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von untersatz32 » Dienstag 10. September 2013, 10:14

Hmmmmmmmmmmmmmm,

wenn's mit Wechselschleifen (allerdings mechanisch), sein darf, dann folgender Vorschlag:

I.Manual
1) Bordun 16‘
2) Geigenprincipal 8‘ - singend, nicht zuuu protzig
3) Gedacktflöte 8‘ (Bass gedackt, nach oben offen flötiger und duftiger/solistischer werdend)
4) Spitzgamba 8‘ (vermittelnd, Strich zwischen Gambe und Gemshorn)
5) Weitoctave 4‘ – ganz leicht flötig
6) Traversflöte 4‘ leicht frech, doch gut mischend; eher renaissancehaft als romantisch
7) Sesquialter II 2 2/3‘ – ganz leicht flötig
8) Doublette 2‘ – nicht zuu scharf (mit Sesquialter zu einem leicht principalischen Cornet verschmelzend)
9) Mixtur IV 2‘ oder 1 1/3‘ – leuchtend, aber nicht schrill
10) Fagott-Oboe 8‘ (im Bass grundierend, im Disk solistischer werdend; durchaus kräftig - da SW vorhanden)

II. Manual: Wechselschleifen
2) Geigenprincipal 8‘
3) Gedacktflöte 8‘ (Bass gedackt, nach oben offen werdend)
4) Spitzgamba 8‘ (vermittelnd, zwischen Gambe und Gemshorn)
5) Weitoctave 4‘ – ganz leicht flötig
6) Traversflöte 4‘ leicht frech, doch gut mischend
7) Sesquialter II 2 2/3‘ – ganz leicht flötig
8) Doublette 2‘ – nicht zuu scharf
10) Fagott-Oboe 8‘

Pedal: (Transmissionen):
1) Bordun 16‘
2) Geigenprincipal 8‘
3) Gedacktflöte 8‘ (Bass gedackt, nach oben offen werdend)
4) Spitzgamba 8‘ (vermittelnd, zwischen Gambe und Gemshorn)
5) Weitoctave 4‘ – ganz leicht flötig
10) Fagott 8‘

Das Ganze im Schweller (ausser Principal 8‘) (oder mit, dann „moderner“ Prospekt mit Blindpfeifen)


Wenn es durchaus moderne (aber qualitative) elektrische Kegelladen sein dürften, hätte ich da im Hinterkopf noch einen ganz fiesen, bösen amerikanisch-romantisch-gaida-nischen Vorschlag, der aber noch etwas reifen muss...

Ich war übrigens 7 Jahre lang an einer kleinen mechanischen Wechselschleifenorgel in einer evangelischen Kirche Organist, und habe damit (mit beidem ;-)) durchaus gute Erfahrungen gemacht.

Gruss

Thomas
"...Können sie beim Auszug bitte etwas leiser spielen, man versteht sonst sein eigenes Gebrüll nicht..."

Ronald Henrici
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Ronald Henrici » Dienstag 10. September 2013, 21:49

ich habe am Sonntag auf einer Orgel mit 10 Registern gespielt. Einfach herrlich in einer Kirche mit guter Nachhall-Akustik, ca 150 Sitzplätze im Kirchenschiff, 40 Sitzplätze auf Seitenemporen, Kirchenbau vor 1850.
OBM Voit, Karlsruhe Durlach, um 1890, mechanische Kegelladen, I/P.
Ausgesprochen vielseitig registrierbar, klanglich vom Pianissimo bis zum Forte.
Disposition:
Manual.
Prinzipal 8, Gambe 8, Gedeckt 8, Oktave 4, Hohlflöte 4, Kleinoktave 2, Flöte 1,
Mixtur 1 1/3 4 fach
Pedal:
Subbass 16, Oktavbass 8
Die Orgel steht unter Denkmalschutz wie die Kirche in Weiler bei Königsfeld Schwarzwald.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

S.L
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von S.L » Mittwoch 11. September 2013, 08:56

Ronald Henrici hat geschrieben:Disposition:
Manual.
Prinzipal 8, Gambe 8, Gedeckt 8, Oktave 4, Hohlflöte 4, Kleinoktave 2, Flöte 1,
Mixtur 1 1/3 4 fach
Pedal:
Subbass 16, Oktavbass 8
Im 20. Jahrhundert wurde offensichtlich massiv in die Disposition eingegriffen.

J.R.
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von J.R. » Sonntag 17. November 2013, 00:36

Auch hier noch eine Disposition einer existierenden Orgel. Es sind 11 Register, da aber zwei nur im Diskant gebaut sind kommt es wieder hin:

Manualwerk
Tonumfang: C-f4 (!)
Gedackt 16' [ab f']
Principal 8'
Gedackt 8'
Oktave 4'
Flöte 4' [o]
Rohrflöte 4'
Spitzflöte 2'
Sesquialter II 5 1/3' [ab f']
Mixtur III 1 1/3'

Pedalwerk
Tonumfang: C-f1
Subbaß 16'
Trompete 8'

Statt der Trompete natürlich auch ein labialer 8' denkbar.

Eigentlich hat die Orgel im Original folgende Pedaldisposition, die habe ich oben ein wenig angepasst...
Subbaß 16'
Pommer 8'
Nachthorn 4'
Dulzian 16'

Gruß

orgelspieler
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von orgelspieler » Sonntag 17. November 2013, 11:03

kleine Kirche, wenig Platz, wenig Geld, da gibt's nur eine vernünftige Lösung:
Digitalorgel, keine 4-manualige oder sonst überdimensionierte, sondern eine vernünftige 2-manualige DO mit externer Abstrahlung, Kosten wahrscheinlich in der Höhe von 2 Pfeifenregister.
In so einem Fall darf und muss man über seinen eigenen Schatten springen. Man kauft sich ja auch keinen Audi R8, wenn man ausschließlich in der 30-Zone Auto fährt.
Meine Antwort wird hier wahrscheinlich auf Widerspruch stoßen. Aber glaubt mir, Zeit und Umstände werden mir in den nächsten Jahren Recht geben. :wink:

Daniel
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Daniel » Sonntag 17. November 2013, 17:01

Angenommen: eine Digital-Orgel soll eine 10-Register-Pfeifen-Orgel ersetzen:
Wieviel Watt müssten dann die Lautsprecher haben?
Und wieviel kosten diese in etwa?

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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Administrator » Sonntag 17. November 2013, 19:39

Hallo Orgelspieler,

es mag sein, dass die Zeit Dir Recht gibt. Trotzdem finde ich es unschön :-)
Und ich sehe auch, wie in manchen Kirchen jetzt, nach 5-6 Jahren, die elektronischen Orgeln wieder gegen kleine Positive ausgetauscht werden. Auf einmal gibt es keine Ersatzteile mehr, der Klang lässt nach, die Ästethik ist hinüber, kulturelle Aspekte kommen ins Spiel, ...

Natürlich gibt es auch Argumente für Digitalorgeln. Aber ich spiele wesentlich lieber auf einer "echten" Orgel als auf einem elektronischen Instrument. Ich habe bisher kein Instrument digitaler Bauweise unter den Fingern gehabt, welches die gleiche Freude wie ein - sogar kleineres - lebendes Instrument gemacht hätte.

Vielleicht ändert die Zeit das bei mir auch noch. Momentan sehe ich das aber nicht.

chp
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von chp » Sonntag 17. November 2013, 21:40

Hallo,

ich habe zu Hause eine Digitalogel für Übezwecke mit 30 Registern, dennoch würde ich beispielsweise folgende Orgeln, die ich in letzter Zeit gespielt habe, für die Kirche eindeutig vorziehen:

Die Orgel der ev. Kirche Stavenhagen (Lütkemüller, 1861) ist ein wirklich tolles Teil, für das ich meine Digitalorgel sofort stehen lassen würde. Sie hat allerdings 10,5 Register (bzw. 12,5 Ranks; vielleicht findet sich ja ein Spender für das 1/2 Register):

I. Manual / C-f3, mechanische Schleifladen
Bordun 16’
Principal 8’
Doppelflöte 8’ (C-H aus Gedact 8’)
Octave 4’
Octave 2’
Cornett-Mixtur 3fach

II. Manual / C-f3, mechanische Schleifladen
Salicional 8’
Gedact 8’
Flöte 4’ (Lütkemüller-Pfeifen aus Wesenberg)

Pedal / C-d1, mechanische Schleifladen
Subbaß 16
Violon 8’

Auch die Orgel in der Kapelle des Klosters Nütschau (8 1/2 Register) macht Spaß (hat zwar keinen Prinzipal, den vermisst man aber in dem kleinen Raum nicht):

1. Manual
Schleife links
Rohrflöte 8'
Hohlflöte 4'
Nasard 3'
Oktave 2'

Schleife rechts
Rohrflöte 8'
Hohlflöte 4'
Nasard 3'
Oktave 2'
Terz 1 3/5'

2. Manual
Gedackt 8'
Salizional 8'
Rohrflöte 4'

Pedal C-d'
Flötbaß 8'

Ich weiß jetzt allerdings nicht mehr, ob das teilweise Transpositionen sind.

Die folgende Orgel (Steibis im Allgäu, Nähe Oberstaufen) fand ich ganz OK, aber nicht so prickelnd (hier fehlt m.E. schon der Prinzipal:

Hauptwerk:
Rohrflöte 8'
Prinzipal 4'
Sifflöte 11/3'

Schwellwerk:
Gedackt 8'
Koppelflöte 4'
Oktave 2'
Mixtur 1'

Pedal:
Subbass 16'

Ich würde immer für eine 2manualige Orgel plädieren. Koppeln kann man ja immer. Eine tolle einmanualige Orgel mit nur 7 Registern (8 Ranks) ist diese hier (Grüneberg, 1879):

Manual C-f3:
Bordun 16'
Principal 8'
Hohlflöte 8'
Salicional 8'
Gamba 8' (ab c¹)
Octave 4'
Quinte 2 2/3' + Octave 2'

Pedal, C-d1:
Subbaß 16' (Transmission aus Bordun)
Pedalkoppel

(Die II/P 14 von Friese III auf der Seite hat zwar 14 Register, ist aber auch ein wirklich beeindruckendes Instrument).

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Solcena
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Solcena » Montag 18. November 2013, 11:14

Aktenzeichen_XY hat geschrieben: Bei einem Manual

Manual C-g3
01 Principal 8´
02 Gedeckt 8´
03 Salicional 8´
04 Octave 4´
05 Flöte 4´
06 Mixtur 2´ 2´ als Vorabzug
07 Quinte 2 2/3´ ab c1
08 Terz 1 3/5´ ab c1
09 Trompete 8´ Teilung B/D oder alternativ Septime 1 1/7´ ab c1

Pedal C-f1
10 Subbass 16´
ev. Gedecktbass 8´ als Extension aus Subbass 16´
oder Transmission aus Manual
So etwas in der Richtung wurde hier realisiert, wobei bei der wirlich kleinen Filialkirche auf eine Mixtur verzichtet, dafür aber Wechselschleifen eingebaut worden sind. Ein schönes Instrument!

Die Intonation macht's. Obwohl ich grundsätzlich zum Einsatz in Kirchen immer den Einsatz von Pfeifenorgeln befürworte, trifft man manchmal uninspirierende, charakterlose Serienpositive an. Dann doch lieber eine Digitalorgel auf dem heutigen Stand der Technik inkl. einer vernünftigen Abstrahlung.

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