10 Register-Disposition

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Dorforgler
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Dorforgler » Dienstag 21. März 2017, 20:46

trommet16 hat geschrieben:
Samstag 18. März 2017, 18:03
Dorforgler hat geschrieben:
Dienstag 21. Februar 2017, 19:50
Viele G-Schein-Organisten [tm]
Was sind eigentlich "G-Schein" Organisten?
Gelegenheits- oder Gefaelligkeitsorganisten, die spielen obwohl sie eigentlich weder koennen noch wollen :twisted:

trommet16
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von trommet16 » Freitag 24. März 2017, 19:30

Aha, danke!

Dorforgler
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von Dorforgler » Donnerstag 6. April 2017, 22:32

malle235 hat geschrieben:
Dienstag 14. März 2017, 00:26
hier stellt sich die Frage ob ein 10-Register Begleitinstrument lieber barock oder romantisch disponiert sein sollte
ich denke, eine größere Auswahl an 8'+4' Registern ist hier sinnvoller als mehrere Register <2'
Ich glaube, ich haette da grade was passendes fuer dich:

Landrog (Haugesund) 1906/1910, erbaut fuer eine Holzkirche mit 550(!) Sitzplaetzen:

Manual I, C-f3
1. Bourdon 16
2. Prinzipal 8
3. Gedackt 8
4. Viola di Gamba 8
5. Oktave 4

Manual II, C-f3 (nicht schwellbar!)
6. Geigenprinzipal 8
7. Salicional 8
8. Spitzfloete 4

Pedal, C-d1
9. Subbass 16

- Manualkoppel, Pedalkoppel, Oktavkoppel (wie und wo wirkend - keine Ahnung?), 4 feste Kombinationen mit Ausloeser
- durchweg pneumatische Traktur

Hier ging es wohl primaer darum, dem nicht-ausgebildeten Organisten den Umgang mit dem Instrument zu erleichtern. Die Registeraufteilung zwischen I/II ist schon sehr willkuerlich gewaehlt und anscheinend auch nur dafuer gedacht, ohne weitere Aktion des Organistens eine dynamische Abstufung per Manualwechsel fuer Intonationen zu schaffen. In einigen anderen Orgeln hat der gleiche Orgelbauer auch gleich auf das selbststaendige Pedalregister verzichtet - konnte ja damals auf dem Dorf eh kaum jemand bedienen :twisted: - und hat das einfach als Transmission aus dem Manual gezogen.
Aber davon unabhaengig ist 168888844/16 natuerlich schon eine sehr deutliche Ansage in dieser Groessenordnung... :shock:

Landrog war bis 1903-1905 in "lehre" in den USA und hat damit natuerlich auch den "orchestralen" Charakter der dortigen Grossorgeln kennengelernt. Ob sein "Downsizing" dieses Konzeptes auf eine so kleine Dorforgel klanglich funktioniert hat, werden wir leider nicht mehr erfahren - besagte Orgel wurde 1987 sehr unfachmessig demontert, entsprechend eingelagert und auch sonst gibt es leider keine "ueberlebenden" Exemplare mehr. :(

Ich bin grade dabei, in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz soviel wie nur moeglich von dieser Orgel zu dokumentieren bevor die letzten sterbliche Ueberreste dann auch entgueltig entsorgt werden :cry:


PS: Das 10. Register waere unter dieser Premisse wahrscheinlich dann auch so etwas voellig unspektakulaeres wie eine Rohrfloete 8 auf II geworden... :wink:

kernspalter
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Re: 10 Register-Disposition

Beitrag von kernspalter » Freitag 7. April 2017, 11:30

Die Registeraufteilung zwischen I/II ist schon sehr willkuerlich gewaehlt und anscheinend auch nur dafuer gedacht, ohne weitere Aktion des Organistens eine dynamische Abstufung per Manualwechsel fuer Intonationen zu schaffen.
Die dynamische Abstufung wurde ja sehr konsequent durchgezogen. Jedes der Register des II. Manuals ist eine piano-Version eines der Hauptwerksregister, von "Willkür" kann man da nicht sprechen:

Prinzipal 8 -> Geigenprinzipal 8
Viola di Gamba 8 -> Salicional 8
Oktave 4 -> Spitzfloete 4

Die "fetten" Grundregister Bourdon 16' und 8' bleiben dem Hauptwerk vorbehalten.
Mit kernspalterischen Grüßen

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