José de Torres (Crossposting)

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chp
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José de Torres (Crossposting)

Beitrag von chp » Freitag 27. April 2012, 07:05

¡Hola!

ich habe das schon in einem anderem Forum gepostet, da da aber keine Antwort kam, starte ich hier noch einen Versuch.

Eine Frage an Spezialisten. Kennt jemand folgenden Band:

José de Torres: Obras para órgano. Edición crítica by Delgado Parra, Gustavo. Erschienen 2009 bei Alpuerto (ISBN 978-84-381-0442-2, 158 S.). Siehe auch hier.

Alternativ folgende Dissertation:
Gustavo Delgado Parra: Un libro del siglo XVIII para la enseñanza de la composición en la nueva España : el libro que contiene onze partidos del M. DN. Joseph de Torres. Erschienen 2010 Universitad Politècnica de València (ISBN 978-84-8363-578-0, 464 S.)

Frage: Erhält man aus einer der beiden Ausgaben spielbare Noten? In der Dissertation (vorhanden an der StaBib zu Berlin) scheint ein entsprechender Anhang zu sein, wenn die andere Publikation eine Notenausgabe wäre (sieht eigentlich so aus), wäre das natürlich umso schöner.

Un saludo cordial de la costa del Mar Báltico
Christoph P.

Roland Eberlein
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Re: José de Torres (Crossposting)

Beitrag von Roland Eberlein » Freitag 27. April 2012, 14:49

Aus der verlinkten Seite geht doch schon die Antwort hervor: Bei "José de Torres: Obras para órgano. Edición crítica" handelt es sich um eine Ausgabe des Notentextes von 10 Kompositionen von Torres als Faksimile und in Übertragung in moderne Notenschrift; diesen beiden Teilen vorangestellt ist eine Einführung und ein Kommentar zur Übertragung, siehe Inhaltsverzeichnis:

-Prefacio, por Ton Koopman.
-Introducción
-Criterios editoriales en la transcripción del ms.
-Estado de la cuestión
-El manuscrito
-Comentarios críticos a la edición del Cenidim
-Uso idiomático del teclado y unidad estilística
-Ligaduras de prolongación y proporciones
-Breves conclusiones acerca de esta investigación

Transcripción y restauración del "Libro de Torres"
I. Fuga
II. Obra de mano derecha de medio registro de Torres
III. Obra de lleno de séptimo tono
IV. Obra de séptimo tono
V. Obra de primer tono bajo
VI. Partido de primero alto
VII. Obra de Torres
VIII. Batalla de Torres
IX. Partido de segundo de Torres
X. Partido de sexto tono desp[a]º

Facsímil de las obras para órgano de José de Torres

chp
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Re: José de Torres (Crossposting)

Beitrag von chp » Freitag 27. April 2012, 18:37

Hallo,
Roland Eberlein hat geschrieben:Aus der verlinkten Seite geht doch schon die Antwort hervor: Bei "José de Torres: Obras para órgano. Edición crítica" handelt es sich um eine Ausgabe des Notentextes von 10 Kompositionen von Torres als Faksimile und in Übertragung in moderne Notenschrift; diesen beiden Teilen vorangestellt ist eine Einführung und ein Kommentar zur Übertragung, siehe Inhaltsverzeichnis: [...]
ja, danke. Allerdings hat mich das Format 19,5 x 21 cm sehr irritiert.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Roland Eberlein
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Re: José de Torres (Crossposting)

Beitrag von Roland Eberlein » Freitag 27. April 2012, 21:38

In der Tat merkwürdig, aber der Abbildung des Titelblatts nach dürfte es ein Tippfehler sein und 19,5x31 gemeint sein, annähernd Din A4.

chp
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Re: José de Torres (Crossposting)

Beitrag von chp » Samstag 19. Mai 2012, 12:55

Hallo,

ich habe das Heft inzwischen in Madrid bestellt und erhalten. Leider sind die Versandkosten aus Spanien ziemlich hoch (egal ob Post oder UPS), so dass das ganze auf ca. 50 Euro gekommen ist. Dafür erhält man aber ein Heft, das auf 158 Seiten neben dem kritischen Notentext (73 Seiten) ein Faksimile des Original-Manuskripts sowie eine Kurzfassung der wichtigsten Ergebnisse der Dissertation von Delgado Parra enthält (in Spanisch, bis S. 43). Das Format von ziemlich genau DIN A4 erlaubt problemlose Kopien, was insofern erforderlich ist, als der Satz auf sinnvolle Wendestellen gar nicht achtet, wobei sich bei manchen Stücken grundsätzlich keine günstigen Wendestellen finden.

Leider spricht sich der Verfasser dafür aus, dass es sich beim Komponisten um den spanischen José de Torres y Martinez Bravo handele und nicht um den Mexikaner José de Torres y Vergara, der fast exakt zur selben Zeit lebte. Das einzige erhaltene Manuskript dieser Musik stammt wohl aus einem Kloster in Puebla (120 km süd-östlich von Mexiko City) wurde vom Organisten der Kathedrale in Mexiko City in einer umfangreicheren Sammlung wiederentdeckt und als mexikanisches musikalisches Erbe reklamiert, wobei die Musik, und das kann ich auch als Laie sagen, ziemlich genau spanischen Vorbildern ihrer Zeit folgt. Übrigens ordnet Ton Koopmann im Vorwort die Sammlung "der Musik und Kultur Mexikos und der spanischen Welt" zu. Die Sammlung ist insofern interessant und abwechslungsreich, als sie das ganze Spektrum der spanischen und wohl auch lateinamerikanischen Orgelmusik ihrer Zeit abdeckt. Fast wie eine Abhandlung oder Demonstration aller Typen von Stücken. Es könnte gut sein, dass die Sammlung zur Ausbildung von Organisten und Komponisten verwendet wurde.

Zur Darstellung reicht eine zweimanualige Orgel oder eine einmanualige mit Manualteilung (c'/cis') aus, Cornet oder kräftige Zunge sollte dabei sein. Auf der Orgel meiner Gemeinde (II/P 16-19) mit zerlegtem Cornet und Oboe im Schwellwerk geht das eigentlich schon ganz gut. Pedal ist nicht vorgesehen bzw. erforderlich. Von der Schwierigkeit her sind die Stücke auch für Hobbymusiker wie mich gut machbar.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

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Re: José de Torres (Crossposting)

Beitrag von chp » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:29

Hallo,

gerade stoße ich auf diesen alten Eintrag. Kleine Ergänzung: Genaueres Lesen ergab inzwischen, dass Delgado Parra der Meinung ist, dass das Manuskript ein Unterrichtsprodukt aus Mexico darstellt. Man findet 3 Handschriften, einen schätzt Parra aufgrund mehrerer Befunde als Lehrer ein, die beiden anderen als Schüler. Demnach könnten die meist vom Lehrer notierten Melodiestimmen von José de Torres y Martinez stammen, zu denen von den Schülern dann die anderen Stimmen nach den üblichen Satzregeln dazu formuliert wurden. Also eine spanisch-mexikanische Koproduktion. So gesehen macht auch das Koopmann-Vorwort Sinn.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

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