Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

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Froschmaschine
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Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

Beitrag von Froschmaschine » Dienstag 23. Juni 2015, 21:18

Ich suche mal wieder Orgelmusik für einen bestimmten Zweck – diesmal für Ein- und Auszug eines Traugottesdienstes. Es soll auf einer mittelgroßen mitteldeutschen Orgel, klanglich spätbarock mit romantischem Einschlag geartet, gespielt werden. Ich hätte gerne etwas mit romantischem Charakter, das sich auch mit rein romantischen Orgeln brauchbar darstellen lässt. Fällt jemandem etwas ein? Ich freue mich über Hinweise jeglicher Art.

violdigamb
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Re: Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

Beitrag von violdigamb » Dienstag 23. Juni 2015, 22:43

Hallo Froschmaschine,

da gibt es einiges; hier nur auf die Schnelle vier Tipps:
1) Christian Gotthilf Tag: 12 kurze und leichte Orgelvorspiele nebst einer Orgelsinfonie (nicht schwer, eher klassizistisch als romantisch) - Breitkopf 6756
2) Carl Gottlieb Umbreit: 12 Orgelstücke verschiedener Art (wirkungsvolle und inspirierte Stücke verschiedenen Charakters, ein bisschen "Sturm & Drang") - Butz 2115
3) Festliche Prä- und Postludien der Romantik (darin ein sehr sauber gearbeitetes Präludium von M.G. Fischer) - Butz 2335
4) Elsässisches Orgelbuch (charmante Musik, z.T. irgendwo zwischen Salonmusik und Kitsch, aber immer noch zum Schmunzeln) - Edition Musica Rinata 5.110.00

Vielleicht ist da etwas für Dich dabei. Wenn Du den gewünschten Schwierigkeitsgrad noch angeben möchtest, kann ich Dir gern noch mehr empfehlen. Die Beispiele sind allesamt nicht allzu schwer, aber auch für den geübteren Spieler nicht langweilig.

Viele Grüße,

violdigamb

Froschmaschine
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Re: Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

Beitrag von Froschmaschine » Mittwoch 24. Juni 2015, 17:41

violdigamb hat geschrieben:Die Beispiele sind allesamt nicht allzu schwer, aber auch für den geübteren Spieler nicht langweilig.
Das trifft meine Vorstellung sehr gut.

Danke für alle Hinweise! Problematisch fand ich zunächst, nichts davon frei im Netz vorzufinden – nicht, dass ich ein Problem damit hätte, für eine gute Ausgabe gemeinfreier Musik zu zahlen, doch dafür hatte ich nur den Versandhandel im Sinn. Wegen dem Poststreik warte ich teils schon seit Wochen auf einzelne Poststücke, sodass ich nicht darauf spekulieren will, dass die Noten für den aktuellen Bedarf rechtzeitig geliefert werden. Dann ist mir aber noch ein Ladengeschäft eingefallen, dass zwar nicht gerade um die Ecke, doch persönlich erreichbar ist, und ich habe mir da die Sammlung von Karl Gottlieb Umbreit zu Abholung bestellt. Der Musikalienhandel arbeitet im Hintergrund doch ähnlich wie der gewöhnliche Buchhandel und ist in der Zustellung zu Einzelhändlern nicht von Post- oder Paketversand abhängig, oder?

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Re: Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

Beitrag von Administrator » Freitag 26. Juni 2015, 08:52

Hallo Froschmaschine,

das hängt immer vom jew. Umsatz ab, den man mit Noten oder Büchern macht. Im Buch-, wie auch im Notenhandel, kommen nur große Händler in den Genuss der "post-losen" Dienste. Oder man verzichtet auf Rabatte usw und nimmt weniger Gewinn in Kauf. Dann lohnt sich aber ein Laden usw. kaum noch. Gerade weil der Umsatz überall nachlässt (mehr Verkäufe übers Internet, z.B. bei Amazon; weniger Kunden) gehen ja immer mehr kleine Händler ein.

Froschmaschine
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Re: Festliche Orgelmusik, spätbarock-frühromantisch, gesucht

Beitrag von Froschmaschine » Sonntag 12. Juli 2015, 20:59

Mit der Notenbeschaffung verhielt es sich ganz eigenartig:

Bei der Bestellung auf Abholung war eine Bearbeitungszeit von 2–3 Tagen angegeben

Nach ein paar Tagen habe ich zur Orientierung beim Händler gefragt, ob bei der Bearbeitung meines Auftrags die Post im Spiel sei. Da hieß es, dass man meine Bestellung versehentlich als Liefer-Bestellung bearbeitet und die Noten bereits an mich versendet habe. Der Einzelhändler hat die Noten also anscheinend ohne Einsatz der Post umgehend erhalten und dann für die ‚letzte Meile‘ – in diesem Fall einige zig Kilometer – der streikenden Post überantwortet. Darauf habe ich beschlossen, noch einen Tag auf einen eventuellen Posteingang zu warten und, wenn die Noten dann nicht da wären, eine neue Abhol-Bestellung aufzugeben, was ich dann auch tat.

Tags darauf waren die Noten der ersten Bestellung im Briefkasten und ich stornierte die zweite Bestellung. Für den besagten Traugottesdienst habe ich mich dann für Stück Nr. 12 aus diesem Umbreit-Band entschieden. Als zweites Stück kam mir, statt eines weiteren von C. G. Umbreit, J. S. Bachs Piece d’Orgue BWV 572 in den Sinn. Das hatte ich früher schonmal gespielt und es wieder aufführungsfähig zu machen schien mir vom Aufwand her realistisch.

So weit so gut – eh ich richtig damit angefangen hatte das Umbreit-Stück zu lernen stolperte ich zufälligerweise über ein ganz anderes Orgelwerk, das mir für den Anlass sehr attraktiv erschien und für das ich mich daher ersatzweise entschied. Und knapp vier Tage vor der Hochzeit erfuhr ich, dass der Ausgang von Blechbläsern begleitet werden sollte. So habe ich letztlich „nur“ das besagte Bachsche Orgelwerk gespielt.

Es sei noch erwähnt, dass ich beschlossen habe, einen D-Kirchenmusik-Abschluss im Orgel-Bereich zu erwerben und dazu begonnen habe, Orgelunterricht zu nehmen. Vor einer Woche war die erste Stunde und da habe ich das Piece d’Orgue mitgebracht. Mein Lehrer hat mir den französischen Hintergrund erläutert und Registrier- und Spielweisen des französischen Barock erklärt. Das hat mir wirklich geholfen. Beispielsweise scheint passenderweise portato zu spielen die Mächtigkeit des Gravement ins Unermässliche zu steigern. Die Achtel im Portato – das ist schon krass. Die Orgel, die ich vorher noch nicht kannte, hat wie erwartet gut mitgemacht. Sie hat einen Bordun 16′ im Hauptwerk und zwar nur im Pedalwerk eine Zungenstimme, aber ein ansonsten großzügiges Hauptwerk und ein charaktervolles Oberwerk.

Spieltechnisch war mir bspw. die Schiebekoppel der Manuale eine neue Herausforderungen. Die kann man nicht sinnvoll aktivieren (lassen), während man einen Ton spielt – auch nicht, wenn nur auf dem angekoppelten Pedal etwas getreten ist. Dazu kommt, dass die Oberwerksklaviatur so weit hinten liegt, dass man selbst als langarmiger Mensch mit gefühltermaßen ausgestreckten Armen spielen muss. Daher habe ich das Très vitement, das auf dem Oberwerk klingen sollte, lieber bei nicht aktivierter Koppel gespielt. Das hat letztlich eine unerwünschte Pause zum Gravement erzwungen. Würde ich an dieser Orgel nochmal sowas spielen, würde ich wohl trainieren, auf der weggeschobenen Oberwerksklaviatur zu spielen.

Ich danke für die hiesige Unterstützung, auch wenn ich letztlich etwas ganz anderes als diskutiert gespielt habe. Ich denke, die Noten von C. G. Umbreit werde ich noch gut gebrauchen können.

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