Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

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Ippenstein
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Donnerstag 30. Juni 2011, 20:55

Evangelienorgel: (zZ = zwei Züge)
HW Principal 8, Rohrflöte 8, Salicional 8, Octava 4, Flute d´Amour 4 Super Octava 2, Sesquialtera, Cornet vierfach, Trompet discant und Baß
OW Hohlflöte 8 zZ, Flute traversiere 8 zZ, Viola da Gamba 8 zZ, Krumhorn 8 zZ, Vox humana 8 zZ, Fugara 4, Flageolet 2, Tremulant,
P Sub Baß 16, Violon Baß 8, Super Octav Baß 4.

Epistelorgel
Principal 8, Bordun 8, Gemshorn 8, Flauto Italica 8, Salicional 8, Duiflöt 4, Quinta 3, Super Octava 2, Mixtura 5-fach, Chalumeau Discant und Baß zZ, Fagotto 16 zZ, Copula
Pedal Sub Baß 16, Violon Baß 8.

Da in der Disposition auch ein paar Schreibfehler sind und bei der Evangelienorgel keine Koppeln vermerkt sind, kann es auch sein, daß Übertragungsfehler entstanden sind.

Eine weitere Frage plagt mich: Was waren die Beweggründe für solche Dispositionen, v.a. der unterschiedlichen Größe der beiden Orgeln?

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Donnerstag 30. Juni 2011, 22:58

Hallo Ippenstein,

die Gründe für die unterschiedliche Größe? Da gibt einige Möglichkiten:
- auch der Geldbeutel eines Abts ist nicht unerschöpflich
- es könnte der Platz auf der einen Seite beengter als auf der anderen sein. Allerdings oft eine Symmetrie vorhanden.
- in Ebrach gab/gibt es drei Orgeln: die große Orgel auf der Westempore.dann die mittlere Ev-Orgel und die kleine Ep-Orgel. Die Proportionen also fein gestaffelt. Vgl. Ottobeuren;
- evtl. gab es zu den betreffenden Orgeln zeitweise auch eine Trias von Organisten, die jeweils nach ihrem Können dem Instrument zugeordnet wurden.
Jedenfalls scheint diese unterschiedliche Größe für die Erhaltung des Nesthäkchens sehr günstig gewesen zu sein.
War die große Orgel nicht spielbar, griff der Organist bei der mittleren in die Tasten. War auch die reparaturbedürftig, dann wurde sie doch am ehesten umgemodelt. Der Organist wollte nicht so gern auf die Größe und die beiden Manuale verzichten. Fazit: die kleinste ist fast noch im Bauzustand.
Mehr kann ich nicht orakeln - viel Grüße
Uli M.
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Donnerstag 30. Juni 2011, 23:59

Hallo Uli,

nach meinen Informationen hatte die große Seuffert-Orgel damals 32 Register und wurde mehrmals umgebaut. Die Chororgeln führten sprichwörtlich ein Nischendasein und waren sehr lange in Vergessenheit geraten, weshalb sie im großen und ganzen original erhalten sind. Erst 1954 restaurierte Steinmeyer sie und sie erklangen von neuem.

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Freitag 1. Juli 2011, 15:15

Hallo,

die Seuffert-Orgel hatte nach der Datenbank ( von 2009 ) zuerst 32 Register und wurde später auf 42 Register erweitert. Der Organist hieß Friederich Clemens Faulstich. Diesen Namen gibt es heute noch in der Gegend von Bad Staffelstein.
Gruß
Uli M.
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Freitag 1. Juli 2011, 17:37

Inzwischen ist sie ja IV/58 - Steinmeyer konnte die Finger nicht von lassen... :mrgreen:

Am Spieltisch ist die ganze linke Seite die ursprüngliche Seiffert-Orgel und auf der rechten Seite sind Steinmeyer und Konsorten. So hat es mir Dekan Müller erklärt.

Die Seuffert-Manuale haben je 12 Register, wobei das 2. Manual sehr echolastig ausgelegt ist, und die beiden Manuale haben keine Zunge.

Viele Grüße

Andreas

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Freitag 1. Juli 2011, 21:38

Hallo Andreas,
diese "Vergrößeritis" hatte sicher nicht nur Steinmeyer.
Über dieses Stadium ist man inzwischen bei solchen Denkmalorgeln (meist) raus. Sonst würde man glatt die beiden Köhler-Orgeln auf 40/III bzw. 21/II aufblasen. Die Platzverhältnisse lassen das aber Gottseidank wohl nicht zu. Bei Sponsels "Orgelhistorie" heisst es, daß das Werk kunstvoll den Platz einer Schneckentreppe einnimmt ( Formulierung ähnlich ).
ich versuche ein Sponsel-Exemplar als Nachdruck zu kriegen.
Gelegentlich wird auch die Originalausgabe von 1771 angeboten. Da muß man etwa 800 Mäuse hinblättern. Der Nachdruck könnte bei etwa 30 EUR liegen.
Viele Grüße
Uli M.
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Samstag 30. Juli 2011, 13:52

Nachdem ich demnächst wieder als Vertretung zur Hauptorgel gerufen worden bin, soll ich dort ev. ein paar spezielle Aufnahmen machen und den Charakter der barockenen Manuale und des romantischen sowie des Bombardemanuals herausarbeiten?

http://img.fotocommunity.com/photos/22010447.jpg

Grüße

Ippenstein

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Samstag 30. Juli 2011, 14:26

Hallo Ippenstein,

ein Klasse Bild eines geschmackvoll/konsequent dekorierten Kirchenraums.
Aha, du vertrittst den Organisten. Bin sehr gespannt auf die nächsten Fotos.
Ich habe letzte Woche das Regal in einem Zimmer für die nächsten 7-8 Monate fest aufgebaut und heute - etwas umständlich. weil ohne Kalkant - gestimmt. Fotos gibt es schon, aber an diesem Wo-Ende ist null Zeit. Schade.
Viele Grüße
Uli M
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Samstag 30. Juli 2011, 15:02

Das Photo ist nicht von mir. Aber ich meinte auch nicht unbedingt nur Photoaufnahmen, sondern ich kann auch eine Hörprobe erstellen. :D
Ich vertrete nur an 2 Terminen, nicht die ganze Zeit.

Viele Grüße

Andreas

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Samstag 30. Juli 2011, 16:04

Hallo Andreas,

nur immer ran mit den Hörpoben. Ich mache jetzt auch bald Regal-Stückchen von 1550 bis 1620.
Da können wir ja die Schnitte austauschen, oder!
Viele Grüße
Uli
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Montag 15. August 2011, 14:01

neuer Stand:

Die zerlegten Orgelteile ( 2 Container ) haben Bonn erreicht. Jetzt wird gesichtet und zugeordnet.
Im September ist in Bonn die Sitzung mit Pfarrgemeinde, Diözese, Denkmalschutz und Orgelbauern über das Konzept der Restaurierung. Ich habe Herrn Dr. Theobald meine digitalisierte Plattenversion geschickt.
Bin sehr gespannt auf seine Reaktion. Gruß
Uli M.
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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Sonntag 21. August 2011, 12:13

Die Aufnahme ist zwar gut gelungen, aber von oben klingt es nicht ganz so gut. Ich werde am 28. nochmal eine Aufnahme aus dem Kirchenschiff machen, wo der Ton besser verschmilzt. Dafür kann ich aber eine Aufnahme von heute an meiner kleinen Orgel (II/17) und Akkordeon während der Kommunion bieten.

Viele Grüße

Ippenstein

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Ippenstein » Montag 29. August 2011, 19:03

Ich habe heute noch mal eine Aufnahme gemacht, wobei ich Stücke nur mit den Seufert-Registern, Stücke nur mit Steinmeyer- und Eisenbarth-Registern und Stücke mit dem gesamten Orgelwerk gespielt habe.

Anbei die erste Aufnahme mit dem gesamten Orgelwerk: http://www.youtube.com/watch?v=MpStizfgelI
Zweite Aufnahme nur Steinmeyer und Eisenbarth: http://www.youtube.com/watch?v=0RkOqWxM2Ro
Dritte Aufnahme erst Seufert, dann Seufert und Steinmeyer: http://www.youtube.com/watch?v=ozhELIbHBfw

Viele Grüße

Ippenstein

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Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von schneckenturm » Montag 12. Dezember 2011, 16:24

Meine Aufnahmeaktivitäten sind inzwischen soweit, daß die Übersteuerungstendenzen fast nicht mehr zu hören sind. Ich habe mir auch noch eine Telefunken-"Mühle" geliehen.
Die schien anfangs wenig zu taugen und mein Zoom H2 brachte nur Mono-Aufnahmen zustande. Seit gestern habe ich die Ursache entdeckt, eine vergammelte Steckverbindung verhinderte die Stereo- und Echowirkung.
Ich habe auch auf den H 1 gewechselt. Ist einfach präziser ohne zu spitz zu klingen.
Von Herrn Dr. Theobald habe ich lange nichts gehört.
Gut - Orgelbauer sind fast immer auf Achse. Ich weiß also nicht viel von der Restaurierung - aber ein Wissenschaftler verbeisst sich in ein solches Paradeprojekt. Fest steht daß Herr Schneider ein sehr kommunikativer Mensch ist und sich sehr um dieses Projekt kümmert.
ich würde ihm gerne eine CD schicken, aber veröffentlichen geht nur mit Einverständnis der GEMA. Wer kennt sich da aus?
Ippenstein könnte da sicher helfen. Wie geht es im Steigerwald mit dem Projekt vorwärts, was weiß man Neues ?
Viele Grüße
Uli M.
P.S. im Herbst komme ich mit Sicherheit mal vorbei. Bringe Literatur für zwei Orgeln mit. Es ist tatsächlich ein Instrumentenschatz!
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Holger

Re: Die beiden Chororgeln der ehemaligen Abteikirche Ebrach

Beitrag von Holger » Dienstag 13. Dezember 2011, 06:46

Wenn Du nur eigene Werke (Improvisationen) aufgenommen hast, sehe ich kein Problem, auch wenn Du Mitgleid in der GEMA wärst.


Mit deinen Eigenschöfpungen darfst Du machen, was Du willst.

GEMA: Die Vertritt Ihre Mitglieder nur gegen Dritte, die die Werke derselben öffentlich mit kommerziellem Hintergrund aufführen oder wiedergeben. Nur Komponisten, die auch wirklich in der GEMA Mitglied sind, werden von dieser vertreten und fordern bei öffentlicher Aufführung, die kommerziell sind, Tantiemen ein. Man ist nicht automatisch Mitglied der GEMA wenn man Noten schreibt, das ist ein Verein mit Mitgliedschaft und Beiträgen.

Die Kirchen haben da auch Sondervereinbarungen - aber da müsstest mal nachfragen.

Urheberrecht:Wenn der Komponist länger wie 70 Jahre tot ist - schert das auch keinen mehr, da der Urheberschutz in Europa nach 70 Jahren ausläuft. Besonderheit sind die französischen Komponisten des 20.Jh., da zählen die Kriegsjahre nicht und der Schutz verlängert sich entsprechend. Das ist wichtig beim Notenkopieren oder downloaden.

Ich verwende für live-Mittschnitte, wenn es nicht so auffallen soll, einen Zoom H4n mit externem Rode NT4 und bin von dem Gerät begeistert. Einfach die Königsklasse.

Ansonsten Laptop, A/D-Wandler, Stativ und Profimikros.

Übersteuern darfst Du nicht, das macht die Aufnahme wertlos, lieber den Pegel niedriger ansetzen, mit 24 bit/s aufnehmen und dann bei der Nachbearbeitung am Rechner (z.B. mit Magix Samplitude) den Pegel auf das Maximum anheben, denn einmal übersteuert ist die Aufnahme eigentlich Datenmüll. Mit diesem einfachen Rezept machst Du nichts falsch.

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