Grüß Gott miteinander,

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Dorforganist
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Grüß Gott miteinander,

Beitrag von Dorforganist » Sonntag 21. November 2010, 17:03

...nach einigen Monaten interessierten Mitlesens wage ich mich nun auch ins Forum.

Seit meinen Anfängen als 15-jähriger Dorforganist im Bayrischen Wald (ist nun auch schon 35 Jahre her) begleitet mich die Freude am Orgelspielen und die Neugier auf jede noch unbekannte Orgel – auch wenn die inzwischen leider fast alle abgesperrt sind und ich es meistens nicht wage, nach dem Schlüssel zu fragen. Zu meiner Freude habe ich aber inzwischen leichten Zugang zu ein paar schönen Instrumenten in meiner alten (Vleugels, Eisenbarth, Jann, Wünning) und neuen Heimat (Sandtner, Kuhn, Eule, Metzler).

Mein in vielen Jahren Unterricht (immer wieder) erarbeitetes Repertoire der Kategorie „leicht bis mittelschwer“ reicht inzwischen vom Barock bis zur frühen Moderne und ist in erster Linie auf (katholische Diaspora-)gottesdienstliche Verwendbarkeit ausgerichtet. Da unsere Gemeinde in der glücklichen Lage ist, sieben Organisten zu haben, halten sich meine Einsätze vor Ort in Grenzen, so daß ich das auch in anderen Kirchen der Region Nürnberg zur Anwendung bringen (oder einfach zu meinem Vergnügen spielen) kann.

Ich bemühe mich dabei immer um Respekt gegenüber dem Komponisten und den Anwesenden (auch wenn es wegen Besucherzahl und -alter manchmal zur „Orgelsolomesse“ wird) und hoffe, daß die Musik wenigstens ab und zu bei dem einen oder anderen Gläubigen „die Seele berührt“. Denn schließlich ist die Musica sacra doch die höchste der Künste – und die Orgel die Königin der Instrumente!

Schön, daß es dafür so viele Interessierte im Forum gibt!

Der Dorforganist

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Sonntag 21. November 2010, 19:47

Hallihallo und Gruß aus Bamberg.

Ich hatte mal eine witzige Steinmeyer-Orgel in einer evangelischen Kirche in der Nähe des Flughafens gespielt. Ein Positiv mit 5 Registern war auf der 1. Empore, der Rest auf der zweiten Empore. War schon ein komisches Gefühl, das so zu spielen. Ev. kennen Sie die Orgel schon.

Viele Grüße

Ipppenstein

Dorforganist
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Beitrag von Dorforganist » Montag 22. November 2010, 23:19

Nein, diese Orgel kenne ich nicht.

Aber die Beschreibung erinnert an eine ähnlich geniale Konstellation in einer Nürnberger Stadtteilkirche aus den 60er Jahren, in der der Organist in einer geräumigen Mauernische mit absturzsicherem Abstand zur Brüstung an einem elektrischen Spieltisch sitzt und ein Stockwerk höher - geschützt durch eine erdbebensichere und schalldichte Stahlbetondecke - säuselt aus einer ebensolchen Wandnische eine neobarocke Kemper-Orgel, deren Klang er bestenfalls von der Reflexion durch die Altarwand wahrnimmt.

Als mich dann der Mesner während der Messe telefonisch aufforderte, lauter zu spielen - schließlich sei heute der Namenstag der heiligen Cäcilia - und ich einfach kein weiteres Register mehr fand, dessen (Ver-)Stimmung zu den ohnehin gezogenen gepaßt hätte, habe ich mein Engagement in dieser Gemeinde ausklingen lassen.

Denn das Leben ist zu kurz, um auf schlechten Orgeln zu spielen...

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Dienstag 23. November 2010, 08:01

Aber den Grund haben Sie hoffentlich mitgeteilt. Sonst tut sich da niemals was.

Hier findet sich die Kirche: http://www.kraftshof.de/

Grüße

Ippenstein

Dorforganist
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Beitrag von Dorforganist » Mittwoch 24. November 2010, 21:54

Nein, damals war ich noch ein zu neuer "Beutefranke", und der geistliche Herr, der dem Mesner den Auftrag gegeben hatte, war zwar in irgendeiner dekanatsmusikalischen Funktion (weshalb mich sein Musikverständnis doch sehr verwunderte), aber kurz vor der Verrentung. Doch zur Ehrenrettung der Gemeinde muß gesagt werden, daß sie sich für ihre Filialkirche nach einigen Jahren Elektroniums eine kleine Vleugels geleistet hat.

Die Kirchenfestung in Kraftshof sieht im Internet wirklich auch von innen interessant aus, sie war aber leider bislang sehr wehrhaft gegen meine Versuche, sie zu entern. Der Umstand, daß in evangelischen Kirchen wohl "nie jemand daheim" ist und sie deshalb immer abgesperrt sind, geht meiner katholischen Sozialisation immer noch gegen den Strich. Ob es aus evangelischen Kirchen so viel mehr zu klauen gibt als aus katholischen, die den ganzen Tag offenstehen?

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Mittwoch 24. November 2010, 22:40

Man könnte man glauben, daß die evangelischen Geistlichen die Angst haben, daß ihren Schäfchen bei der stillen Andacht vom heiligen Geist zum rechten (katholischen) Glauben geführt werden. :mrgreen:

Da hilft immer nur der Gang zum Pfarramt... ;)

Grüße

Ippenstein

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