Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzugen

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Principalbass16Fuss
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Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzugen

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 27. Juni 2016, 00:50

Hallo zusammen,

Diese Vorstellungsrunde gründe ich in der Hoffnung, dass es außer mir irgendwo in Deutschland noch irgendwelche Organist(inn)en gibt, die, wie ich, bevorzugt an Orgeln spielen, die mehr als nur zwei Manuale haben. Ich freue mich über Eure Beiträge! :)

Viele Grüße, Principalbass16Fuss

malle235
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von malle235 » Montag 27. Juni 2016, 18:00

wer würde das nicht? Die Frage ist doch eher, ob man da auch ran kann - was sind denn eure Erfahrungen bei sowas?

die Anzahl der Manuale finde ich eigentlich nicht so wichtig - ich spiele selten auf mehr als zweien gleichzeitig ;-)
Hauptsache ist doch, dass es viele schöne Register gibt - und bei vielen Registern ist einfach die Chance größer was schönes zu finden. Manche Register benutzt man aber eh nie. Ich spiele momentan mehr romantische Kompositionen und übe eh meistens leise mit wenigen Registern, auch überwiegend in 8'+4' Lage, mit Mixturen oder Registern <2' hingegen deutlich seltener
insofern würde ich schöne deutsch- oder französisch romantische 2-manualige Orgel einer neobarocken 3manualigen bevorzugen, bei der die Hälfte der Register <4' ist...

Principalbass16Fuss
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 27. Juni 2016, 22:45

Hi malle235 und danke für Deine Antwort! :D Was meine Erfahrungen beim Spielen auf drei- und viermanualigen Orgeln betrifft, suche ich mir nacheinander in ganz Deutschland welche aus, die ich gerne spielen würde und frage vorher per Email bei dem jeweils zuständigen Kantor an, ob es bei Gelegenheit einmal möglich sei, die Orgel zu besichtigen und ggf. auch auszuprobieren. Ohne jetzt hier in irgendeiner Form angeben zu wollen :wink: , muss ich ehrlich gestehen, dass ich bisher - bis auf einige wenige Ausnahmen - relativ häufig Glück hatte. Da mich die überwiegend neobarocken zweimanualigen Orgeln meines Heimat-Kirchenkreises alles andere als beeindruckt haben, entschloss ich mich, mich von diesen zu distanzieren und punktuell nach den Instrumenten zu suchen, die mir gefallen.

Viele Grüße! :)

olds
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von olds » Dienstag 28. Juni 2016, 08:19

Also ich spiele ab Mitte August fast 7 Wochen jeden Sonntag dreimanualig. Als "nur" D-Organist.
Habe mich da aber auch hochgearbeitet und in der Pfarrei gibt es keinen Hauptberuflichen.

Bei anderen Dreimanualern mit Hauptberufler ist es in meiner Erfahrung eher so, dass man als der Kleinere sich doch gern auch austoben darf, aber dann halt nur die zweitrangigen Dienste: Die Messen unter der Woche, wo nur die alten Hausmütterchen aufschlagen, Messen Sonntag Vorabend. Allerdings gibt es da auch eine klare Abstufung, wer dann ran darf.

Drei Manuale finde ich praktisch, aber bei den Orgeln hier, naja..., weiß nicht. Praktisch, aber mehr auch nicht. Anders disponiert und entsprechende Speicherfunktion mit Setzern oder Freie Kombinationen bringt einen in meinen Augen genausoweit.

Im 3. Manual/ Positiv (italienisch angehaucht) findet sich doch häufig Register, die man sich auch sparen könnte. Bei der von mir häufig gespielten dreimanualigen würde ich den Terzian nach unten ziehen, das Krummhorn ersetzt die Zunge im Schwellwerk, der Prinzipal 2´ den Salicet im Hauptwerk und der 8´ geht auch nach unten. Reicht vollkommen. Zumal die meisten Kolleginnen da eh über den Registerwalzer ihr Tänzchen choreographieren. Also wozu da die Klangfarbenvielfalt.

Principalbass16Fuss
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von Principalbass16Fuss » Dienstag 28. Juni 2016, 22:32

Hallo olds! Diese dreimanualige Orgel, auf der Du ab August regelmäßig spielen wirst, hört sich interessant an... Darf ich fragen, wo sie sich befindet und was es für eine Orgel ist? Viele Grüße :)

olds
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von olds » Mittwoch 29. Juni 2016, 20:45

Also ich finde, dass man sich die Nr.3 sparen kann. Gute Setzeranlage pder mehr als 2 Kombinationen vorrausgesetzt.
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Ronald Henrici
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzug

Beitrag von Ronald Henrici » Samstag 2. Juli 2016, 20:13

Bei dieser Disüposition lassen sich die Register des 3. Manuals sehr gut im Schwellwerk unterbringen und geben dem Ganzen noch einen zusätzlichen Klangcharakter.
Nun zum generellen Thema: Mit einer viermanualigen Orgel und 54 Registern bin ich in jungen Jahren mit 15 Jahren ständig konfrontiert worden und habe dies mein Leben lang für gut und erfreulich zu spielen empfunden. Das prägt natürlich, sodaß ich ein glücklicher Mensch bin, wenn ich zumindest eine Dreimanualige Orgel oder eine Zweimanualige (diese mit annähernd 30 Registern !) vorfinde. Das beflügelt mein Spiel ! Die Klangfarbenpracht ist dabei so unterschiedlich vielfältig, daß ich stundenlang darauf spielen will und kann, um eben diese Klangfarbenpracht darzustellen, auszukosten, vorzuführen, anderen zugänglich zu machen. Aber ich verachte deshalb nicht eine kleinere Orgel oder eine Orgel mit nur 5 Registern. Die Spielart und die Literatur zum Spiel ist eine andre. Auch die Arten der Improvisationen sind andere.
Gewiss finde ich es auch nicht so glücklich, wenn eine Orgel mit 27 Registern auf drei Manuale verteilt ist, wie ich es im Rheinland öfter vorgefunden habe (z.B. in der Christuskirche Emmerich/Niederrhein). Da hätte das Rückpositiv durchaus im Schwellwerk integriert werden können, bei vorhandenen drei freien Kombinationen.
Eine in dieser Richtung gelungene Orgel mit 30 Registern befindet sich z.B. in der Johanneskirche Villingen/Schwarzwald mit Haupwerk, Schwellwerk/Rückpositiv (Gesamt als Schwellwerk !), Pedal. Die Wirkung im Kirchenraum ist frappant, auch wenn man zwischendurch gelegentlich im Spiel der Literatur umregistrieren muß. Manchmal genügt auch die Nutzung der Schwelljalusien und gleichzeitiges Wegdrücken zweier Register, zum Beispiel.
Gruß
Ronald
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Ronald Henrici
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Re: Hobby-Organisten, die 3- und 4-manualige Orgeln bevorzugen

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 23. April 2017, 19:55

Es gibt allerdings einige dreimanualige Orgeln, die eigentlich viermanualig sein müßten. So die Orgel im Konzertsaal der Musikhochschule Trossingen (III/P/82). Die vierzehn Register des eigentlich 4. Manuals sind als Zuschalt - Register zu jedem der 3 Manuale ausgelgt. D.h. sie sind elektrisch zuschaltbar. Besser wäre eine vierte Klaviatur einzubauen gewesen, zumal die elektrische Traktur mit der Kopplung an jedes Manual ohnehin angelgt werden mußte.
Vielleicht wird die vierte Klaviatur irgendwann doch eingebaut.
Gruß
Ronald
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