Hallo aus Franken (Neuling)

Hier können sich Musiker, Kantoren, Organisten, Dirigenten, Musikbegeisterte, ..., ..., ...
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Chris97724
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Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Chris97724 » Donnerstag 1. Januar 2015, 16:28

Hallo zusammen,

mein Name ist Christian, bin 27 Jahre alt und komme aus dem schönen Unterfranken (Landkreis Rhön-Grabfeld). Ich habe mich hier mal registriert, da ich eventuell wieder in das "Musikbusiness" einsteigen möchte um ein weiteres Instrument zu lernen. Ich habe bereits 10 Jahre Tenorhorn gespielt und dies seit ca. 10 Jahren auf Eis gelegt. Nun möchte ich mich doch wieder etwas mehr musikalisch betätigen und das Orgelspiel erlernen. Mir gefällt der Klang einfach sehr gut, es ist anspruchsvoll und etwas Besonderes. Mich ziehen sowieso Dinge an, die nicht jeder kann und etwas spezieller sind. Da gehört unter den Musikinstrumenten wohl die Orgel sehr wohl dazu.

Leider kenne ich mich noch bisher gar nicht aus. Ich weis weder wie man Orgelunterricht organisiert (machen das die Kirchenmusiker selbst oder läuft das wie bei mir damals beim Tenorhorn über eine Musikschule?) noch ob es verschiedene Typen von Orgeln gibt die sich grundlegend unterscheiden (Bedienung usw.). Eventuell bin ich hier bei euch an der richtigen Adresse. Wäre zumindest super :-). Kann man in meinem Alter überhaupt noch das Orgelspiel richtig erlernen oder ist es dafür schon zu spät? Klavierkenntnisse gibt es bei mir keine. Alle meine Entchen bekomme ich hin, mehr aber nicht :-). Und ein weiteres Problem: Mit der Institution "Kirche" wollte ich jetzt nicht unbedingt soooooo viel zu tun haben. Musik spielen "JA", aber als Gegenleistung das ich spielen darf, wollte ich jetzt nicht unbedingt weitere Ämter übernehmen. Sprich: Außer die Musik an sich interessiert mich da überhaupt nichts und ich will da auch nicht intensiv eingespannt werden. Ich weis nicht in wie weit der Kirchenverein die Organisten in die Gesamtinstitution integrieren will/muss.

Wie ihr seht sind meine Fragen noch sehr durcheinander und ohne Struktur. Daher hoffe ich auf tatkräftige Antworten von Euch um das Wirr-Warr etwas zu entflechten :-)

Frohes neues Jahr übrigens noch und danke schonmal im Voraus für zahlreiche Antworten :-)

Beste Grüße
Christian

Grobgehackt
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Grobgehackt » Donnerstag 1. Januar 2015, 23:27

Willkommen, Christian, in dieser Runde.
Orgelspielen kann man sicher auch über eine Musikschule lernen. Aber dort konzentriert man sich (nach meiner Erfahrung) eher auf den Unterhaltungssektor...
Da ist es besser, sich an den Organisten/Kantor einer Kirchengemeinde zu wenden. Unterricht an "Fremden" wird sicher auch gegeben, aber ggf. nicht zu den gleichen Konditionen, wie wenn es zum Nutzen für die Kirchengemeinde gemacht wird.
Klartext: Es wird dann eben nichts "gesponsert"... Aber ohne Unterricht - zumal keinerlei Tastenvorkenntnisse da sind - wird es nicht gehen.
Und dass die Orgel etwas sehr Besonderes ist, das können wir sicher alle unterstreichen - wird ja nicht umsonst "Königin der Instrumente" genannt :wink:
Gutes Gelingen zu diesem Vornehmen im Jahre 2015 !
Jürgen

S.L
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von S.L » Freitag 2. Januar 2015, 08:49

Grobgehackt hat geschrieben:Willkommen, Christian, in dieser Runde.
Orgelspielen kann man sicher auch über eine Musikschule lernen. Aber dort konzentriert man sich (nach meiner Erfahrung) eher auf den Unterhaltungssektor...
Das hängt von der jeweiligen Musikschule ab. Manchmal wird Keyboardunterricht umgangssprachlich als Orgelunterricht bezeichnet. Aber es gibt sicherlich Musikschulen, die Unterricht an der Pfeifenorgel anbieten.
Grobgehackt hat geschrieben:Da ist es besser, sich an den Organisten/Kantor einer Kirchengemeinde zu wenden. Unterricht an "Fremden" wird sicher auch gegeben, aber ggf. nicht zu den gleichen Konditionen, wie wenn es zum Nutzen für die Kirchengemeinde gemacht wird.
Es kann bisweilen recht schwierig sein, eine Orgel zu finden, auf der einem das Üben erlaubt wird, zumal als "Fremden".

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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Administrator » Freitag 2. Januar 2015, 09:22

Moin Christian, willkommen in unserem Forum.

Zum Thema Unterricht kann ich mich "Grobgehackt" nur anschließen. Beim nächsten Kantor anfragen und ganz offen das Gespräch suchen. Dann wird m.E. auch der Weg an die Orgel frei. Und wer weiß - je nach Gemeinde macht dann vielleicht doch irgendwann das Musizieren in der Kirche viel Spaß. Auch ohne, dass man sich theologisch darauf einläßt. Es geht ja um die Musik und darum, anderen damit eine Freude zu machen.

Lass uns auf jeden Fall wissen, wie es bei Dir weitergeht. Und wenn jemand helfen kann - sag Bescheid.

Chris97724
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Chris97724 » Freitag 2. Januar 2015, 14:07

Hallo nochmal zusammen,

danke für die Infos die bisher schon zurück gekommen sind :-). Wie mein Vorredner schon meinte, geht es mir wirklich primär um die Musik an sich. Das ganze theologische drum herum interessiert mich bisweilen relativ wenig bis gar nicht, zumal ich auch mit der katholischen Kirche generell etwas so meine Probleme habe. Das wollte ich nur etwas deutlicher hervorheben, da ich nicht wirklich eine Ahnung habe in wie weit ein Organist in das System Kirche wirklich integriert ist oder ob er als ganz normaler externer Musiker betrachtet wird.

Leider habe ich halt noch keinerlei Tastenkenntnisse. Diese müsste ich mir alle noch aneignen. Ich habe aber beim Tenorhornspielen damals diese Kurse D1, D2 und D3 belegt. Somit sind mir zumindest die Theorie was Noten usw anbelangt durchaus noch geläufig. Kurz einlesen muss ich mich natürlich erst wieder :-).

Ich habe gleich ein Telefongespräch mit meinem ehemaligen Musiklehrer. Mal sehen was er mir für Tipps mitgeben kann. Dann wollte ich eventuell heute oder morgen nochmal zum Nachbar meiner Freundin gehen. Der ist hier schon der Organist seit über 20 Jahren und spielt richtig wie ein Profi. Nachdem ich was aufgeschnappt habe, werde ich euch hier davon berichten. Ich informiere mich jedenfalls gerne breit gefächert und mache keine Entscheidung erstmal von einer Person (z. B. meinem Musiklehrer) abhängig. Orgel im zarten Alter von 27 neu zu erlernen ist eine gründliche Entscheidung wert und will ich wohl überdenken.

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Offenbass 32'
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Offenbass 32' » Freitag 2. Januar 2015, 20:55

Hallo Chris,
Problem: Mit der Institution "Kirche" wollte ich jetzt nicht unbedingt soooooo viel zu tun haben. Musik spielen "JA", aber als Gegenleistung das ich spielen darf, wollte ich jetzt nicht unbedingt weitere Ämter übernehmen. Sprich: Außer die Musik an sich interessiert mich da überhaupt nichts und ich will da auch nicht intensiv eingespannt werden. Ich weis nicht in wie weit der Kirchenverein die Organisten in die Gesamtinstitution integrieren will/muss.
Ein kurzer Zwischenruf:
Zum ersten ist die Kirche kein Verein und ich verbitte mir, in dieser herablassenden Art und Weise über die katholische Kirche, die auch meine Kirche ist, sowie jedwede andere Religion zu sprechen. Bedenke daß der Großteil von uns sicher religiös geprägt ist und ein etwas loser Jargon an etwaigen Ecken anstoßen könnte. Allein aufgrund Deines Eingangspostings bliebe Dir der Zugang zu unserer/unseren Orgeln verwehrt. Du solltest überlegen, wer in diesem Fall was von wem will.

Sollte es eines Tages dein Ziel sein (was es ja nicht ist), eine Organistenstelle antreten zu wollen so würdest du deinen Frieden damit machen müssen, einer christlichen Kirche anzugehören.
Es ist Einstellungsvorraussetzung, und bei Kirchens üblich und gesetzlich konform.
Für den Unterricht, als solchen, wird es meist keine Rolle spielen, wie Du Dich kirchlich einbringst. Meiner Erfahrung nach wird dafür aber mehr oder weniger erwartet, daß du hier und da Gottesdienste beorgelst. Das kann von Fall zu Fall aber anders aussehen.
Weiterhin wirst du zur Messgestaltung natürlich mit dem Pfarrer zu tun haben. Orgelspielen heißt nicht, daß wir um 5 vor Gottesdienst in der Kirche aufschlagen und losspielen. Dem geht normalerweise ein Stück Vorbereitung vorraus. Es wäre somit auch keinem gedient, wenn Du Dich mit der Liturgie nicht auseinandersetzen möchtest.
Zu guter Letzt setzt das Erlernen des Orgelspiels ein hohes Maß an intrinsischer Motivation, Durchhaltevermögen und Verzichtsbereitschaft vorraus. Das alles soll dich natürlich nicht von der Orgelausbildung abhalten, sondern nur zum nachdenken anregen.

Dies alles zu bedenken gibt...

Martin
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Chris97724
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Chris97724 » Samstag 3. Januar 2015, 00:34

Hallo Martin,

ich finde die Argumentation jetzt nicht unbedingt herablassend, sondern meine persönliche Meinung. In Deutschland haben halt immer weniger Leute wirklich etwas für die Kirche an positiven Worten übrig. Primär die katholische. Aber darum geht es mir ja gar nicht. Mir reicht schon bezahlter Orgelunterricht auf einer Heimorgel. Gerne auch in einer Musikschule. Daher wollte ich mich ja erstmal hier informieren ob es nur zwingend in Verbindung mit der Kirche geht oder es auch eventuell andere Wege gibt. Natürlich soll das nicht gegen Dich und andere Personen gerichtet sein. Es kann ja jeder seine wertvolle Zeit verschwenden oder nutzen wie er möchte.

Ich habe jetzt keine extreme Abneigung zu der Kirche. Sie hat natürlich ihre Daseinsberechtigung. Die Probleme machen eher die Menschen die dieser Kirche angehörig sind (Aufgrund des hohen Alters, Rückständigkeit einzelner Menschen usw.). Aber das kann sich in Zukunft ja alles ändern, daher bin ich natürlich gewillt auch irgendwann mal für eine Kirche Musik zu spielen. Ich finde Gottesdienste nicht schlecht, insbesondere Weihnachten, Kommunion oder Konformation oder Hochzeiten. Es ist ja auch sehr schade das die Gemeinden zu kämpfen haben, überhaupt noch einen Orgler auftreiben zu können.

Wie ich gelesen habe, sieht man in unserer Diözese (Würzburg) die Sache so, dass man zwingend 3-5 Jahre Klavier lernen sollte, bevor man mit der Orgel anfängt. Wie seht ihr das? Ob ich jetzt Klavier anfange oder auf der Orgel anfange und erstmal die restlichen Manuale sowie das Pedal weglasse, sollte doch kein großer Unterschied sein, oder? Zumal ich gleich mit dem richtigen Tastenanschlag beginnen kann und mich mit der Orgeltechnik auseinandersetze (Theorie usw.).

Ich hoffe ich ecke bei euch nicht zu sehr an, aber ich finde, es sollte auch Orgelinteressierte geben, die jetzt nicht unbedingt einen Heiligenschein aufm Kopf mit herumtragen :-)

Viele Grüße Christian

kernspalter
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von kernspalter » Samstag 3. Januar 2015, 01:21

Chris97724 hat geschrieben:Wie ich gelesen habe, sieht man in unserer Diözese (Würzburg) die Sache so, dass man zwingend 3-5 Jahre Klavier lernen sollte, bevor man mit der Orgel anfängt. Wie seht ihr das? Ob ich jetzt Klavier anfange oder auf der Orgel anfange und erstmal die restlichen Manuale sowie das Pedal weglasse, sollte doch kein großer Unterschied sein, oder? Zumal ich gleich mit dem richtigen Tastenanschlag beginnen kann und mich mit der Orgeltechnik auseinandersetze (Theorie usw.).
Prinzipiell bin ich derselben Meinung.

Es ist nur so, daß die meisten Organisten vom Klavier kommen. (Es gibt auch welche, die vom Blasinstrument - ohne Umweg übers Klavier - zur Orgel gekommen sind, aber das sind doch eher seltene Ausnahmen.)

Das heißt: Die Orgellehrer sind es im allgemeinen gewohnt, ihren Unterricht auf Klavier- (oder zumindest Keyboard-)Kenntnissen aufzubauen und haben wenig bis keine Unterrichtserfahrung mit Orgelschülern ohne jegliche Tasten-Vorkenntnisse. Eventuell ist Suchen und Durchfragen angesagt, um jemand zu finden, der/die a) Lust, b) ein gutes pädagogisches Konzept und c) einschlägige Erfahrung hat, mit jemand zu arbeiten, der schon länger aus dem Schulalter raus ist und auf "Alle-meine-Entchen"-Level beginnen will.
Wenn so ein(e) Lehrer(in) gefunden ist, könnte es aber klappen - Zeit, Energie und Durchhaltevermögen vorausgesetzt.

Den mangelnden Heiligenschein würde ich nicht als Problem ansehen.
Mit kernspalterischen Grüßen

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Offenbass 32'
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Offenbass 32' » Samstag 3. Januar 2015, 07:19

Also prinzipiell ist es fragwürdig, daß man 3-5 Jahre Klavier vorraussetzt. Ich z.B. hatte keine Klavierkenntnisse und habe direkt auf der Orgel angefangen. Da war ich damals 11 Jahre alt. Das Alter war schon an machen Ecken schwierig, da man zwangsläufig während dieser Lehrjahre in die Pubertät kommt. Man wird sprunghaft und stellt die ganze Welt infrage.
Dies Problem besteht nicht wenn man früher anfängt oder in einem Alter, in dem die Person gefestigt ist und weiß, welchen Weg sie gehen will. Insofern stelle ich es mir garnicht schlecht vor, mit 27 zu beginnen. Das aber begleitend zur täglichen Arbeit zu tun, setzt sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen vorraus.
In einer Musikschule wirst du sicher keinen Orgelunterricht bekommen. Ich kenne einen unserer "halbstellig" angestellten Organisten in der Umgebung, der an der Eichsfelder Musikschule Klavierunterricht gibt. Orgelunterricht gibt es nur bei ihm privat.
Wenn du Glück hast dann hat euer Organist,wie ich, eine digitale Sakralorgel daheim stehen. Dann gehst du allen Berührungspunkten mit der Kirche aus dem Weg und brauchst auch keine Gottesdienste zu beorgeln, sondern nur den Lehrer zu bezahlen.
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Chris97724
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von Chris97724 » Samstag 3. Januar 2015, 12:13

Vielen Dank nochmal für weitere Rückmeldungen von euch.

zum 1. Punkt: natürlich ist es schwer und erfordert Durchhaltevermögen, wenn man parallel zum Berufsalltag noch ein neues Instrument lernen will. Aber während meiner Schulzeit fand ich es nicht wesentlich weniger stressig (Schule, Hausaufgaben, Freunde, andere Hobbys, Straße Kehren)... dann war der Tag auch rum :-). Es soll ja auch kein Stress werden sondern ein Hobby. Von daher ist es mir relativ egal, wie lange es jetzt dauert, bis man mich mal auf die Öffentlichkeit los lassen kann. Selbst wenn nie, ist das auch ok.

zum 2. Punkt: Ja ich glaube das ist das eigentliche Problem, dass sich kein Orgellehrer sich noch mit blutigen Anfängern abgeben möchte. Aber das persönlich interessiert mich relativ wenig. Eine Orgel ist ja so gesehen auch nicht mehr als ein Klavier, zumindest denke ich kann man es als Klavier "missbrauchen" in dem man zu Beginn einfach auf einer Tastenreihe anfängt. Nachteilig kann es auf jedenfall denke ich nicht sein. Ich denke ich werde mit dem Argument auch in die Diskussion einsteigen wenn ich Gesprächspartner gefunden habe. Ich hab gestern mit meinem ehemaligen Musiklehrer telefoniert. Heute werde ich mal zum Nachbar meiner Freundin gehen. Der ist ja Organist hier seit einigen Jahrzehnten.

chp
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Re: Hallo aus Franken (Neuling)

Beitrag von chp » Samstag 3. Januar 2015, 13:17

Hallo,

mir ist nicht ganz klar, ob es hier dezidiert um Pfeifenorgeln geht, oder ob auch E-Piano, Jazz- oder (elektr.) Heimorgel gemeint sind. Große und teure Pfeifenorgeln stehen natürlich fast ausschließlich in Kirchen. Daher ist ein entspanntes Verhältnis zu Kirchgemeinschaften natürlich günstig.

Meiner Ansicht nach gibt es keinen pädagogisch-didaktischen Grund, dem Orgelunterricht eine Klavierphase vorauszuschicken, wobei ich regelmäßiges Spielen auf dem Klavier als gutes Training für die die Finger-/Handmotorik und einen guten Anschlag ansehe. Aber viele Lehrer setzen immer noch Klavierkenntnisse voaus.

Alter spielt keine sooo große Rolle, wenn man nicht gerafe Berufsmusiker werden möchte. Ich kennen ein ältere Dame, die nach ihrer Verrentung mit dem Orgelunterricht begonnen hat und inzwischen (etwas über 70) Gottesdienste begleitet und ganz unter kleine Literaturstücke spielt. In diesem Zusammenhang kann ich sehr empfehlen, auch wegen der Ausführungen über die Effekte musikalischer Aktivitäten: Gembris, H. (Hrsg.). (2015). Musikalische Begaung und Alter(n). Müster: LIT-Verlag.

In Unterfranken (wo genau?) gibt es seitens der kath. Kirche ein Netz von Regionalkontoren, die, soweit ich weiß, die Ausbildung organisieren. Man kann aber auch jeden Kantor fragen, auch viele nebenamtliche und Hoby-Organisten besuchen vermtulich Fortbildungen und können Infos geben und Kontate herstellen. Siehe auch:
http://www.liturgiereferat.bistum-wuerzburg.de/musik/

Unterfranken ist ja groß, aber zumindest die Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen hat einen Orgelsaal und bietet auch Hauptfach Orgel an. Man kann sich dort auch als Gastschüler einschreiben (Vollzeitunterricht kommt ja wohl nicht in Frage). Gerade in Ungterfranken könnte ih mir vorstellen, dass schon die eine oder andere Musikschule mit der Kirche oder Schulen kooperiert und auch Orgel im Angebot hat.

Kleiner off-Topic-Kommentar: Was die Kirchgemeinden angeht, sollte man sich vor Ort selbst ein Bild machen. "'s geid soddene un soddene", wie man in Unterfranken sagt. Alter der Pastoren oder Gemeindemitglieder ist bei Kirchens sicher keine Kriterium, genauso wenig übrigens wie in Schulen, wo ältere Lehrkräfte aufgrund ihrer Erfahrung oft einen deutlich besseren Unterricht mit größeren Lernfortschritten bei den Schülern halten als die jungen. Sicher, ich bin katholisch, aber ich halte die katholische Kirche für deutlich weltoffener und besser als den Ruf, den sie in der Öffentlichkeit hat. Ich habe das aber erst hier oben im Nordosten schätzen gelernt, wo es nur 3 Prozent Katholiken gibt. In Unterfranken mag das noch anders sein.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

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