Die unergründlichen Wege des Herrn

Alles, was sonst nirgendwo passt.
z.B. Grüße, Wünsche, Verabredungsgesuche, ...
Antworten
Benutzeravatar
olds
Beiträge: 319
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Die unergründlichen Wege des Herrn

Beitrag von olds » Dienstag 13. März 2018, 18:41

Entfernt hat es etwas mit der Auflösung von Klöstern und Ordensniederlassungen zu tun, eine makabre Anekdote darüber, wie und wann wir abberufen werden.

Aufgrund einer Stiftung gab es in meiner hauptsächlichen Orgelgemeinde bis 2014 eine Niederlassung eines Nonnenordens. Es war kein richtiges Kloster sondern ein Schwesternhaus, wo über die Jahre jeweils 4-6 Schwestern Dienst in der Krankenpflege, Kinderbetreuung, Katechese und Schule (hauptsächlich Hauswirtschaft und Handarbeiten) versahen.

Gewichtiger wöchentlicher Termin war daher die donnerstägliche Abendmesse bei den Schwestern. Hier gab es zunächst am Nachmittag Kaffee und Kuchen und nach der Messe noch ein Glas Wein.

Diese Tradition wurde soweit aufrecht erhalten, dass nach der Auflösung des Hauses im örtlichen Altenwohnheim eine zweiwöchige Abendmesse beibehalten wurde. Als dort nun ein Priester einzog, entlastete dieser nach Möglichkeit unser Pastoralteam, man träumte sogar wieder vom gewohnten wöchentlichen Termin.

Der Priester wurde auch gerufen, als eine Mitbewohnerin in sehr schlechter Verfassung war. Er spendete die letzten Sakramente und geleitete die Dame soweit möglich auf ihrem letzten Weg. Der Schnitter hat dann tatsächlich auch zugeschlagen. Am anderen Morgen war der Priester tot und die Dame wieder fit.

Ronald Henrici
Beiträge: 718
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Die unergründlichen Wege des Herrn

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 16. März 2018, 11:23

Das klingt ja makaber und ist Ironie des Schicksals, aber damit muß man selbst auch laben. Deshalb genieße das Orgelspiel so gut und so lang Du kannst.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

Antworten